DOG 2017 – Deutsche Augenheilkunde setzt auf internationale Vernetzung

Mit mehr als 4.900 Kongressteilnehmern ist die DOG 2017 erfolgreich zu Ende gegangen. Mediziner aus 63 Ländern fanden sich vom 28. September bis 1. Oktober 2017 in Berlin zusammen, um unter dem Motto „Deutsche Augenheilkunde international“ über Fortschritte in Forschung, Diagnostik und Therapie zu diskutieren.

Zu den Kongress-Highlights zählten neben den Keynote Lectures englischsprachige Symposien, die mit internationalen Gesellschaften wie ESCRS, EURETINA, IIIC und zahlreichen weiteren gemeinsam veranstaltet wurden. Auch das neue Format „Tandems Basic/Clinical Science“ kam gut an.

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Ein Signal in Richtung Internationalisierung zu setzen, war Ziel des diesjährigen Kongresses, auf dem 2.900 Fachteilnehmer zugegen waren. „Augenforscher aus Deutschland genießen weltweit nach wie vor einen hervorragenden Ruf“, stellt DOG-Präsident Professor Dr. med. Thomas Kohnen fest. „In der gezielten europäischen Vernetzung und Förderung liegt nun das Potenzial, diese Stellung auch in Zukunft weiter behaupten zu können“, fügt der Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Frankfurt am Main hinzu. Wie das Symposium „Germany goes Europe: European Research Consortia with German participation“ aufzeigte, nimmt Deutschland in der ophthalmologischen Forschung aktuell Platz drei hinter den USA und Großbritannien ein – China holt jedoch rasant auf und bekleidet schon Rang vier.

Zu den Highlights zählten daher vor allem international besetzte, englischsprachige Symposien. So diskutierten IIIC, ESCRS und DGII über „IOL worldwide“ und „Hot Topics in Cataract & Refractive Surgery“, EURETINA und Retinologische Gesellschaft zum Thema „Age-related macular degeneration“ und Cornea Society und Sektion DOG-Kornea erörterten „Innovative conservative and microsurgical approaches to treat various types of corneal dystrophies“.

Auch die Keynote Lectures spiegelten das Kongress-Motto wider. Professor Martin Rohrbach, Preisträger des Von-Graefe-Preises der DOG, sprach in seiner vielbeachteten Vorlesung über Augenheilkunde im Spiegel der (deutschen) Geschichte. Professor Shigeru Kinoshita, vielfach ausgezeichneter Wissenschaftler aus Kyoto, stellte neue zellbasierte Transplantationsverfahren für schwere Hornhauterkrankungen vor, die erstmals eine Wiederherstellung der Augenoberfläche ermöglichen. Der renommierte US-Kataraktchirurg Professor Douglas Koch legte dar, wie sich die Genauigkeit der Vorhersagbarkeit der Kunstlinsenbrechkraft noch weiter verbessern lässt – die IOL-Implantation, ein Eingriff, der jährlich weltweit über 25 Millionen Mal vorgenommen wird. „Sowohl Kinoshita als auch Koch sind Cutting-Edge-Forscher, die international wichtige Impulse geben“, so Kohnen.

Neu auf der DOG 2017 war das Sitzungsformat „Tandems Basic/Clinical Science“. Dabei tauschten sich jeweils ein Grundlagenwissenschaftler und ein Kliniker zu einem innovativen Thema aus und beleuchteten dieses aus verschiedenen Perspektiven. „Dieser strukturierte Dialog erweitert den Blickwinkel, mit dem wir medizinische Neuerungen betrachten“, betont Kohnen. Darüber hinaus wurde in diesem Jahr die Zahl der interaktiven operativen Videobeiträge erhöht. „Sie sind sehr geeignet, die eigene Eingriffstechnik zu optimieren“, meint der DOG-Präsident.

Wie in den Jahren zuvor war der Zulauf zum kompakten Fortbildungsprogramm „DOG-Update – State of the Art“ erneut groß. Im fünften Jahr in Folge stellten Experten am Samstag und Sonntag in zehn Sitzungen die wichtigsten Veröffentlichungen der vergangenen Monate aus den verschiedenen Themenbereichen der Augenheilkunde vor. „Dieses Format ist für alle Teilnehmer besonders attraktiv, die eine umfassende Auffrischung ihrer Kenntnisse sowie konkrete Empfehlungen für Diagnostik und Therapie in Klinik und Praxis wünschen“, betont Kohnen.

Weitere Zahlen zur Bilanz der DOG 2017: Das Programm bot den teilnehmenden Augenärzten insgesamt 1.093 wissenschaftliche Beiträge und 259 Sitzungen – verteilt auf 55 Symposien, zehn Updates, 31 freie Vortragssitzungen, 36 Kurse, 33 Postersitzungen, drei Keynote Lectures. Komprimierte Informationen bot auch die Industrieausstellung*: 107 Aussteller präsentierten auf 2.113 Quadratmetern Fläche ihre Produkte, zudem fanden 19 Firmenveranstaltungen statt.

Auch das diesjährige Rahmenprogramm* wurde sehr gut angenommen. Großen Anklang fand das „DOG in Concert“, bei dem die musizierenden Ophthalmologen ihre klassischen Meisterwerke in diesem Jahr wieder in der Kreuzberger Passionskirche aufführten. Die Gelegenheit zum sportlichen Ausgleich wurde beim traditionellen Benefizlauf der Stiftung Auge ebenfalls intensiv genutzt – der Run verbuchte ein Rekordteilnahme. „Für viele Teilnehmer zählt der Austausch mit den Kollegen in einem informellen Rahmen neben dem fachlichen Input zu den Höhepunkten des Kongresses, das gilt auch für mich“, bilanziert DOG-Präsident Kohnen.

Der nächste DOG-Kongress findet unter der Präsidentschaft von Frau Professor Dr. med. Nicole Eter statt – die Direktorin der Universitäts-Augenklinik Münster hat das Leitthema „Ophthalmologie 4.0“ gewählt. Erstmals tagt die DOG im kommenden Jahr vom 27. bis 30. September 2018 im World Conference Center Bonn. Erster Vizepräsident und damit Kongresspräsident 2019 wird Professor Dr. med. Claus Cursiefen, Direktor der Universitäts-Augenklinik Köln.

Neu in das Gesamtpräsidium gewählt wurden: Professor Dr. med. Hagen Thieme aus Magdeburg als Vertreter der augenärztlichen Leiter von Kliniken oder selbständigen Abteilungen an Universitäten oder Hochschulen, Frau Privatdozentin Dr. Andreea Gamulescu aus Regensburg als Vertreter der habilitierten ophthalmologischen Hochschullehrer, Professor Dr. Frank Tost aus Greifswald als Delegierter der DOG Sektion DOG-Ophthalmoplastische und rekonstruktive Chirurgie und Privatdozent Dr. Philip Maier aus Freiburg als Delegierter der DOG-Gewebetransplantation und Biotechnologie.

* Industrieausstellung und kostenpflichtiges Rahmenprogramm sind Veranstaltungen der Interplan Congress, Meeting & Event Management AG München