Oskar Fehr Lecture: Prof. Michael Belin, Marana/USA

Seit 2013 findet im jährlichen Wechsel zwischen DOG und AAO ein von der Sektion DOG-Kornea organisiertes gemeinsames Symposium mit der US Cornea Society statt. Höhepunkt des Symposiums ist die Oskar Fehr Lecture, in diesem Jahr gehalten von Professor Michael Belin zum Thema „The Evaluation of Keratonkonus: From Diagnosis to Therapeutics“. Die Sektion DOG-Kornea und die US Cornea Society würdigen damit Michael Belin für dessen bahnbrechende und kontinuierliche Arbeit zur „Tomographischen Frühdiagnose und Klassifikation des Keratokonus“.

Michael Belin wird die dramatischen Veränderungen aufzeigen, die in den zurückliegenden zwanzig Jahren in der Diagnostik und Behandlung des Keratokonus erfolgten. Sie reichen von der Applikation von Kontaktlinsen über die Implantation intrakornealer Ringsegmente bis zur lamellären oder perforierenden Keratoplastik (PKP) bei Kontaktlinsenunverträglichkeit. Damit war die Therapie stets auf das Ziel gerichtet, eine Verschlechterung der Sehleistung trotz Progression zu kompensieren. In der Folge rückten die subklinischen Formen des Keratokonus in den Fokus. Der heutige Fortschritt liegt darin, das Fortschreiten des Keratokonus mittels „Crosslinking“ zu reduzieren oder gar zu stoppen und eine Sehverschlechterung bereits in einem frühen Stadium zu verhindern.

Michael Belin, Professor für Augenheilkunde und Vision Science an der Universität von Arizona, ist eine international anerkannte Kapazität auf dem Gebiet der Katarakt- und refraktiven Chirurgie und hat über 400 wissenschaftliche Aufsätze veröffentlicht bzw. auf Symposien vorgetragen. Er war maßgeblich an der Entwicklung der Laser-Sehkorrektur beteiligt und Versuchsleiter beim VISX-Laser. In der Vergangenheit diente Belin als Präsident bzw. Vize-Präsident der US Cornea Society. Er ist Mitautor der Handbücher zum VISX-Laser sowie Autor eines Lehrbuchs über bildgebende Verfahren zur Darstellung der Kornea. Weltberühmt sind seine Softwarepakete in der Pentacam zur tomographischen Frühdiagnose und Klassifikation des Keratokonus.

Die Lecture erinnert an den herausragenden deutsch-jüdischen Ophthalmologen Professor Dr. med. Oskar Fehr, dem die Nationalsozialisten ab 1934 den Zutritt zu seiner Augenklinik im Robert-Virchow-Krankenhaus in Berlin verwehrten. Fehr hatte die Klinik, die zuletzt 120 Betten umfasste und damit zu den größten und renommiertesten Einrichtungen in Deutschland zählte, jahrzehntelang als Ärztlicher Direktor geleitet. 1939 emigrierte Fehr, der als Erster zwischen makulärer, granulärer und gittriger Hornhautdystrophie unterschied, nach Großbritannien.

Freitag, 29.9.2017,16:15-17:30, Saal Europa

 
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